10.04.14

Rocklesungs-Termine 2014

Upcoming shows:
Fr. 23.05.2014: Mediothek Tübingen 
Do.16.10.2014: Burn Out-Bar, Kirchberg/BE, Switzerland
Fr. 17.10.2014: Nordportal Baden/AG, Switzerland
Sa.18.10.2014: Kulturbühne Lihn, Filzbach/Kerenzerberg, Switzerland
Sa. 25.10.2014: Kellertheater im Kulturhaus Rosengarten, Grüsch/Prättigau, Switzerland 
Sa. 15.11.2014: 4 Peh, Esslingen












22.02.14

The Who kommen 2014 definitiv nicht nach Deutschland

Die englische Kultrockband The Who feiert dieses Jahr offiziell ihr 50jähriges Jubiläum - und nährte damit die Hoffungen ihrer deutschen Fans auf Konzerte hierzulande.
Allen Gerüchten und Wünschen entgegen wird es aber 2014 keine Auftritte der Who in Deutschland und Europa geben. Vielmehr steht frühestens fürs kommende Jahr ein Abstecher nach Kontinentaleuropa auf der Touragenda. Band und Manangement befinden sich derzeit in Gesprächen darüber und werden sobald als möglich auf der offiziellen Webseite www.thewho.com ihre Tourneepläne bekannt geben.

23.07.13

Volle Kante unter Vollmond: Neil Young & The Crazy Horse in Stuttgart


Weißkittel mit Albert-Einstein-Frisuren debattieren mit Bauarbeitern in orangefarbenen Leuchtwesten über den Aufbau des Bühnenbilds. Es ist heiß. Die Halle kocht, nicht nur wegen der hochsommerlichen Temperatur, wann endlich kommt er?
Doch Neil Young wäre nicht er selbst, würde er dieses irritierende Vorspiel vorzeitig beenden; also hampeln seine Mad Scientists so lange dämlich herum, bis das Publikum entnervt in Pfeifkaskaden ausbricht. Da endlich tappst er herein, gegen 21 Uhr, schwarz gewandet mit Jacke, Hut und dicken Stiefeln, was der schier unerträglichen Hitze in der Stuttgarter Schleyerhalle zu trotzen scheinen. Aber so kennt man ihn, gewisse rebellische Wüstenvölker leben nach dem gleichen Prinzip.
Riesige Verstärkerattrappen eines bekannten US-Instrumenteherstellers, dessen Vintage-Erzeugnisse der Meister des schräg-genialen Gitarrenspiels bekanntlich schätzt und hortet, sowie wuchtige Bildschirme im Sechzigerjahredesign vermitteln eine erstaunlich heimelige Atmosphäre. Mr Young aber kontrastiert die Gemütlichkeit. Er reiht sich mit seiner Truppe kerzengerade auf, die Deutsche Fahne weht, und wir hören unsere Nationalhymne vom Band. Ironie oder echte Hommage von einem Mann, der mit „Rockin’ In The Free World“ die deutsche Wiedervereinigung begleitete?
Wie immer gibt es bei Neil Young keine Erklärungen. Er macht einfach. Lässt sich seine legendäre schwarze 1953er Gibson-Gitarre umhängen und haut in die Saiten. Zwei Akkorde, gefühlt mindestens zwölf Minuten lang, „Love And Only Love“ …
O ewiger, zeitloser, schwerleichter Groove, den keiner so beherrscht wie Neil Young & Crazy Horse. Darauf haben wir gewartet. Ein epischer, archaischer Sound, den nur vier Mann erzeugen (und ein unversteckter Bühnentechniker, der die Spezialeffekte beisteuert). Ein Mann im Bühnengraben sorgt mit einem Handventilator dafür, dass die goldgelbe Reiter-Standarte stets stilvoll um Young bei seinen Soli weht. Zur gleichen Zeit erreicht der Vollmond über Stuttgart seinen Höhepunkt, und Young, der seine Alben angeblich bevorzugt bei Vollmond aufnimmt, zelebriert ein musikalisches Ritual, bei dem seine beiden Saitenspielerkollegen an Bass und Rhythmusgitarre ihm gegenüber stehen wie bei einem stampfenden Indianertanz; sie reiben sich aneinander auf, mit Wucht und Schlichtheit – es ist grandios. „Alchemie-Tour“ hat Young die aktuelle Konzertreise getauft, und tatsächlich vermengt der Meister der steifen Hand bei seinem erst dritten Gastspiel in Stuttgart vor rund 10.000 enthusiastischen Anhängern. Es ist eine einzigartige, willkürliche, laute, teilweise auch unverhohlen nervtötende Zeitreise, die mit Regengüssen über dem Woodstock-Logo spielt und dem aktuellen psychedelischen Revival etwas Authentisches vorsetzt, das überraschend viele junge Leute angezogen hat. Von seinen zahlreichen Krankheiten sichtbar gezeichnet, schafft es der Godfather of Grunge, zehnminütige Feedbackorgien und simple Straßenmusiker-Einlagen mit Mundharmonika zu etwas Ganzem zu vereinbaren. Nie hat man bei ihm das Gefühl, dass etwas von außen kommt; er erzeugt von innen heraus, steht ganz nah bei sich und zu seiner unverkennbar raren, auch widersprüchlichen Individualität. Und das erklärt und rechtfertigt, warum nach zwei ein halb wirklich anstrengenden Stunden mit seltenen und unbekannten Songs das Publikum unverdrossen mehr fordert, bis das Hallenlicht angeht und neonweich zum Aufbruch mahnt. Thank you, Neil Young - er hatte zur Zugabe „Like A Hurricane“ sogar seine Jacke ausgezogen!

13.01.13

Who's Pete Townshend? - Die Autobiografie eines Kunstrockers

Die beste Nachricht vorneweg: Pete Townshend, der legendäre und trotzdem noch lebende (!) Gitarrenzertrümmerer der britischen Rocktitanengruppe The Who ist sich in seiner Autobiografie treu geblieben. Er unternimmt keine Versuche, den eigenen Mythos zu stilisieren und ewig gleiche Klischees zu untermauern wie etwa Stones-Kollege Keiths Richards. Pete beobachtet. Sich selbst und die Geschehnisse in seinem ungewöhnlichen Leben. Er reflektiert, auch anhand zahlloser Tagebuchnotizen und Memos, die er vorausblickend angesammelt hat. Denn Pete Townshend wusste immer, dass er dieses Buch schreiben würde. Er wusste nur nicht: wann und wie ...
Sind wir froh, dass er es jetzt auf diese Weise getan hat. Denn er bewertet seine Erfahrungen aus heutiger Sicht. Und das macht das Buch sehr aktuell und die Sache sehr spannend. Pete schreibt in einer sehr klaren Sprache. Es ist ein Vergnügen, diese 554 Seiten zu lesen, auch oder sogar besonders dann, wenn man kein Who-Fan ist. Der Rockstar betrachtet die Welt eigentlich nie aus der Sicht eines solchen, sondern als Künstler, als Psychologe, als spirituell Suchender, als harmoniesuchender Mensch - und stellt diese Haltung seinen damit häufig nicht in Einklang stehenden Lebenserfahrungen und Entscheidungen gegenüber. Rockstar und Familienvater, Alkoholiker und Anhänger eines indischen Gurus, Sozialist und Millionär ... das hätte schwer daneben gehen können, im Leben und im Buch. Aber es haut hin. Weil er die Selbstbeobachtung durchhält und ganz einfach ehrlich bleibt. Pete, das hast Du gut gemacht. Tolles Buch, sehr empfehlenswert!

12.08.12

The Who rocken Olympia

Kim Gavin, der künstlerische Direktor der olympischen Spiele in London, machte bis zum Schluß ein großes Geheimnis um die Namen der Musiker, die zur großen finalen Zeremonie der Olympiade auftreten sollten. Man wolle die Tatsache würdigen, dass Musik zu den wichtigsten Kulturgütern Großbritanniens zähle, hieß es aus offiziellen Quellen.
Dass The Who als typisch britische Rockband der ersten Stunde mit von der Partie sein würden, sickerte bei Who-Fans früh durch. Man wusste freilich nicht, für welche Uhrzeit der Auftritt von Townshend & Daltrey vorgesehen war - und so wurde es ein zähes Warten auf die verrückteste Rockband der Welt. Im Verlauf der langatmigen und überraschend konzeptlosen Show fühlte sich der zunehmend genervte Who-Fan am Bildschirm mehrmals aufgerufen, dem Beispiel Keith Moons zu folgen und das Fernsehgerät aus dem Fenster zu pfeffern. Britischer Humor hin oder her, aber uns mit Spice Girls und Take That derart auf die Folter zu spannen, das war hart an der Grenze zum Erträglichen. Die große Versöhnung erfolgte dann um kurz vor eins, als man schon jegliche Hoffnung auf ein gutes Ende aufgegeben hatte. The Who setzten mit einer furiosen Vier-Nummern-Show dieser pseudokulturellen Veranstaltung eine kunstvolle Krone auf, die sie gar nicht verdient hatte. Jetzt noch einen wüsten Tritt in den Fernsehen, und dann ab ins Bett!

05.08.12

Die Beach Boys in Stuttgart

Die Stuttgarter Schleyerhalle ist für ihre Klangqualität nicht eben berühmt. Um so erstaunlicher ist, dass die ausgetüftelte Vokalartistik der Beach Boys ebendort einen Höhepunkt erlebte, wo ihn selbst geneigte Surfmusik-Fans kaum erwarten konnten. Ein halbes Jahrhundert Musikgeschichte haben die inzwischen gut siebzigjährigen Kalifornier mit geprägt - Pete Townshend zählt den Komponistenkollegen Brian Wilson nicht umsonst zu seinen größten Vorbildern. Die zahlreichen biografischen Brüche besonders der Wilson-Brüder stehen nur in scheinbarem Widerspruch zur Gute-Laune-Musik; das wird spätestens in der meisterhaften zweiten Hälfte des über zweieinhalbstündigen Konzerts in Stuttgart deutlich. Transzendenz und Heiterkeit leuchten um so offensichtlicher auf, da die persönliche Tragödie des Musikgenies Wilson plötzlich zum Preis für die jähe Tiefe wird, die in fast allen Beach-Boys-Song lauert. Wenn der kranke Meister in Jogginghose und Schlabbershirt über die überirdisch illumminierte Bühne schlurft oder am weißen Flügel mit von Psychopharmaka entlebter Miene "God Only Knows" vorträgt, gehen tausend Türen auf. Alles scheint plötzlich möglich in dieser merkwürdigen Welt, wenn traurig-weise Opas in Hawaihemden vom Traum der großen Welle singen, die ewige Schönheit von Strandgirls oder benzinsaufende Straßenkreuzer preisen. Man muss nicht immer die großen Worte finden, nicht immer die große Geste, um sein Publikum zu verzaubern und mitzureißen, sondern einfach nur gute Musik darbieten durch verdammt gute Musiker. Das haben die Beach Boys getan - es war ein großer Abend in der Stuttgarter Schleyerhalle.
Während der15-minütigen Pause sitzt Brian Wilson reglos hinter den Bühne und blickt in einen leeren Bildschirm ...

19.07.12

The Who geben Termine für Quadrophenia-Tournee bekannt und spielen zum Abschluss der Olympischen Spiele

http://fakewalls.com/storage/Who-The-Quadrophenia-tour-poster.jpg?__SQUARESPACE_CACHEVERSION=1342663240791Pete Townshend und Roger Daltrey haben gestern die lang erwartete und viel erhoffte Bestätigung gegeben, dass sie ab Herbst 2012 tatsächlich mit ihrer zweiten Rockoper "Quadrophenia" auf Tournee gehen wollen. Pete Townshend erklärte, dass die aufwändig inszenierte Show zudem mit Who-Klassikern und "einigen Überraschungen" angereichert werden solle. Bislang wurden nur Termine für Nordamerika bekannt gegeben.
Tickets für die 36 geplanten Shows in den USA und Kanada sind ab 27. Juli offiziell erhältlich. Ein interner Vorverkauf findet ab 20. Juli auf der offizillen Who-Webseite thewho.com statt.
Weiterhin erklärte Townshend, dass die Veröffentlichung neuer Songs zu erwarten sei. Es dürfte sich dabei um das Konzeptalbum "Floss" handeln, an dem Townshend seit Ende der letzten Who-Tournee arbeitet -; und dass The Who die Schlußzeremonie der Olympischen Spiele in London bestreiten werden, möglicherweise sogar mit ganz neuen Songs.

16.07.12

12.06.12

Orchestrale Bearbeitung von Quadrophenia aufgeführt

Dass Pete Townshend sich selbst in erster Linie als Komponist betrachtet, mag viele Rockmusikfans überraschen. Am 11. Juni wurde in Londen in der Queen Elizabeth Hall eine klassische Bearbeitung von "Quadrophenia" (Song) und "Love Reign O'ver Me" aufgeführt. Das BBC Orchestra mit Pete und dem Rockgitarristen Jeff Beck ließ die vertrauten Melodien und Arrangements aus der zweiten Rockoper der Who in einem neuen Licht erscheinen. Zur konzertanten Inszenierung war Pete von seiner Lebensgefährtin Rachel Fuller inspiriert worden, die mit ihrer klassischen Musikausbildung "Quadrophenia" in orchestrale Partituren umsetzte. Zum Nachschauen auf youtube: http://www.youtube.com/watch?v=XuWoLR_fU-k&feature=share